(angeregt von G.Chr. Lichtenberg)
Der König in finalem Wahn
zog seine güldnen Stiefel an
niederzutreten das grosse Heer
was ihn alltäglich ärgert sehr
Es krabbelt aus den Balkenritzen
um hämisch Gift und Gall zu schwitzen
und mittels blank gezückter Waffen
zu fressen aus Majestäts Karaffen
Die güldnen Stiefel jedoch sind
das weiß eigentlich auch jedes Kind
für diesen Job ganz ungeeichnet
weshalb sich kein Erfolg verzeichnet
Die Kakerlaken lachen sehr
die güldnen Stiefel sind zu schwer
für Königs wunder Beine Schritt
drum stellt er sie auf den Abtritt
Da zucken unterm Sessel zwei
denen die Zeit ist einerlei
Geschenk aus ferner Zukunft diese
prächtge Pantoffeln in der Krise
Und alsbald kündet Donnerhall
von Triumph vor dem großen Fall
"Oh Mars, Oh Pluto stampfet nieder
die Insekten und ihr Gefieder"
So säuselt der König in hohem Tenor
und alsbald brechen sie hervor
Es wachsen groß und plüschbewehrt
acht sanfte Tatzen mit hörnernem Schwert
Die kakerlakige Armee aus Luft
betört von beider Tiger Duft
knackt bald zwischen Katzenzähnen
im ew'gen Abgrund der Hyänen
Der König streckt sich wieder aus
auf dem Geäste "Ei der Daus,
ein Denkmal aus Marmor solln sie haben
die Katzen mit den magischen Gaben
Einen Stein aus Stroh fand man später hier
halb Katze halb Pantoffeltier
man las die Worte und war froh:
"Meinen treuen Pantoffeln Mars und Pluto"
Forscher ergehen sich nun in Hypothesen
über Katzen, Pantoffeln und fremde Wesen
Uta
10 / 2008